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Narodowe Muzeum Morskie w Gdańsku

Aktuelle Sprache:

Niemiecki
Museumskomplex auf der Insel Ołowianka

Die längere Museumsabteilungen - Öffnungszeiten

Wir teilen herzlich mit, daß während des langen Wochenende, täglich vom 29. April bis zum 7. Mai 2017 von 10.00 - 18.00 Uhr die folgenden Abteilungen (die Speichern, das Schiff-Museum Sołdek, das Krantor und das Zentrum für Maritime Kultur und das Schiff-Museum dar Pomorza in Gdynia) länger geöffnet werden. Das Fischfangmuseum in Hel und das Weichselmuseum und Zentrum zur Restaurierung von Bootswracks in Tczew werden von 10.00 - 16.00 Uhr täglich geöffnet.

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OPTY - die Jacht, die die Erde umkreist hat

14.04.2015 |

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OPTY - die Jacht, die die Erde umkreist hat

Die einsame Fahrt, der mörderische Kampf mit der Zeit und Krankheit, die Obsession mit der Durchsegelung der Erdkugel ohne Hilfe und Unterstützung, wenn man nur auf sich selbst und auf die Jacht zählen kann. Leonid Teliga ist bis heute das Symbol des romantischen Kampfes und des unglaublichen Seeabenteuers. Nicht viele Segler waren früher oder später imstande, dasselbe zu vollbringen – und sein Leben grenzenlos dem Segeln hinzugeben.

Die Anfänge
Leonid Teliga ist am 21. Mai 1917 in Wjasma in Russland geboren, seine Kindheit und Jugend hat er in Grodzisk Mazowiecki verbracht. Unter dem Einfluss der Bücher von Wagner und Zaruski träumte er von Seereisen. Er wollte Medizin studieren, trat aber in die Kadettenschule ein. Sein erster Urlaub hat er als ein Fischer auf dem Fischkutter verbracht – und damals wusste er bereits, dass das Segeln seine Berufung ist. Nach dem Krieg (während des Krieges kämpfte Teliga als Offizier der Infanterie in der Polnischen Armee II RP und als Flieger bei den Polnischen Luftstreitkräften in Großbritannien) arbeitete er als Staatsbeamte, Hochseefischer, nahm an den Arbeiten von UNO-Ausschuss in Korea und Laos teil und arbeitete als PAP-Korrespondent in Rom.

Thunfisch namens OPTY
Als Teliga als Segelinstruktor bei den Jugendlagern arbeitete, nahm seine Idee fixe über der Durchsegelung der Erdkugel die Gestalt an. Der Segler hat die einsame Eskapade lange geplant. Er nutzte seine Ersparnisse um eine Jacht (auf der Grundlage der Thunfisch-Konstruktion von Ing. Leon Tumiłowicz) zu bauen, die die Welt durchsegeln sollte. Es war schwierig, das Wasserfahrzeug auszustatten, da Teliga nicht genug Geld hatte, und die Materialien – wie Holz, Seilen und Navigationsgeräte sehr schwer zugänglich für einen Segler waren, der eine private Weltsegelreise mit einem eigenen Boot plante. Die Nachricht davon, dass sich der einsame Enthusiast auf so ein kühnes Projekt versucht, hat das Milieu erschüttert. Die Besatzung von ŚMIAŁY hat Teliga die Karten übergeben, Kpt. Ludomir Mączka hat ihm sein Chronometer geliehen, der Segelclub "Rejsy" – ein Signalflaggen-Set. Die Genossenschaften "Społem" und "Las" kümmerten sich um die Lebensmittel, und die Kriegsmarine hat dem Segler die Arzneimittel geliefert.

Mahagoniaußenhaut und drei Kojen
Im November 1966 wurde die Jacht OPTY in das Schiffsregister unter dem Nummer ROG 1374 eingetragen. Das Wasserfahrzeug war 9,85 m lang und 2,75 m breit. Der Tiefgang belief sich auf 1,56 m und die Verdrängung auf 5 Tonnen. Die Segelfläche betrug 43 m2. Die Konstruktion des Rumpfes war konventionell: Eichengerüst und Mahagoniaußenhaut. Das Innere von OPTY wurde auch aus Mahagoni und Mahagonisperrholz gemacht und mit drei Kojen, einem Klapptisch, einem Küchentisch mit dem Schrank und einem Navigationstisch ausgestattet. Die Bemastung von OPTY wurde aus geklebter Kiefer hergestellt, und das Steuer – aus Eiche. Die Jacht wurde mit drei Hauptsegel ausgestattet: Großsegel, Focksegel und Besan, zwei Sätzen (aus Tergal und Baumwolle), Sturmsegel – Besan, Trysegel und Sturmfocksegel sowie Leichtsegel – Genua, Focksegel, Spinnaker, zwei Passat-Schmetterlingen und Marschsegel – Großsegel und Focksegel. Als Hilfsantrieb diente der Motor Volvo Penta DM 5 KM. OPTY wurde nicht mit Radio ausgestattet: Im Gefahrenfall hatte der Segler keine Möglichkeit, Hilfe zu holen.

Verspäteter Start
Teliga wartete noch zwei Jahren auf den Anfang der Reise. Am 8. Dezember 1966 beschloss man, die Jacht an Bord von MS SŁUPSK nach Casablanca zu transportieren. Bereits der erste Abschnitt der Reise – nach Kanarischen Inseln – kündigte die Bedingungen an, auf welche OPTY während der ganzen Reise auf seinem Weg stoßen wird. Teliga selbst fühlte sich schlecht: Wie es sich in zwei Jahren herausstellen wird, war die falsch diagnostizierte Lumbago tatsächlich ein bösartiger Tumor. Abwechselnde Seestürme und Flauten, harte Arbeit des Rumpfes auf den Wellen, Probleme mit dem Motor und mit dem undichten Deckaufbau werden das Leitmotiv der ganzen Reise.

Weitere Probleme
Neben den Problemen mit der Ausrüstung hatte Teliga – als ein Segler aus dem Ostblock – Probleme mit der Durchquerung des Panamakanals. Erst nach 11 Tage dauernden Verhandlungen konnte OPTY am Kai festmachen. Schnell wurde auch der Mangel an Selbststeuer bemerkbar. Den dreimonatigen Aufenthalt auf Tahiti – wo Teliga am Silvester 1967 eintraf – nutzte er, um die Wartungs- und Renovierungsarbeiten durchzuführen. Die Außenhaut von OPTY wurde an den Stellen, die von Schiffsbohrwurm zerstört wurden, repariert und wieder bemalt. Teliga begann auch das früher entworfene Selbststeuer zu bauen.

Geburtstag beim Anti-Meridian
Auf dem Weg von Bora Bora schnitt OPTY den Anti-Meridian von Warschau durch und Teliga feierte sein 51. Geburtstag. Starke Winde erlauben damals die Rekordleistungen von 160 Meilen. In Fidschi wurde der Motor renoviert und der Mahagonirumpf vor den Angriffen des Schiffsbohrwurmes abgesichert. Die während des Aufenthalts im Hafen gesammelten Vorräte von Lebensmittel und Wasser sollten Teliga für die längste Etappe der Reise ausreichen.

Klub der Einzelgänger
Nach einem Monat stach OPTY in den Indischen Ozean und es fing ein Kampf mit den wechselhaften Winden an. "Der Wind wehte von verschiedenen Richtungen. (...) Manchmal reichte es kaum, um die Segel zu füllen, und manchmal musste ich das letzte Stück des Segels einholen und das Selbststeuer demontieren", schrieb Teliga in seinem Tagebuch. An der nördlichen Halbkugel, am letzten Tag des Jahres, stieß OPTY auf einen starken Hurrikan, der den Besanmast zerstörte. Teliga warf den zerschnittenen Mast über Bord weg und am 9. Januar 1959 traf OPTY als eine Slup nach Dakar in Senegal ein. Die Strecke dieses einzelnen "Sprunges", 13 260 Meilen bis zum Hafen in Dakar dauerte 165 Tagen. Teliga schlug somit einen Rekord – für die längste ununterbrochene einsame Hochseeschifffahrt – der seit 85 Jahren zum Amerikaner Bernard Gilboy gehörte, der über 6 tausend Meilen in 163 Tagen durchsegelte. Die ganze Seereise schrieb Teliga auf die Liste von über ein Dutzend Einzelgänger, die die Erde mit einer Jacht umgefahren haben.

Hin und zurück
Teliga stand vor der vorletzten Etappe: er machte sich auf den Weg nach Kanarische Inseln. Am 5. April 1969, um 11:15 Greenwich-Zeit, an der Position 23°25'°W 23°56'°N, schnitt OPTY ihren Kurs von vor zwei Jahren durch und endete somit die Reise um die Welt. Die Seereise dauerte zwei Jahre, dreizehn Tage, 21 Stunden und 35 Minuten. In den letzten Tagen der Reise wurden die zunehmenden Beschwerden fast unerträglich. Mit dem Schmerz kämpfend, erreichte Teliga am 16. April 1969 die Kanarischen Inseln und schnell machte er sich auf den Weg für die letzte Etappe der Reise – nach Casablanca. Am 29. April 1969 legte er am Bord des polnischen Schiffes SANDOMIERZ an. Am nächsten Tag wurde die Seereise von OPTY im Beisein von den polnischen Diplomaten und der Vertreter der Behörden von Marokko offiziell abgeschlossen. Noch in Casablanca wurde Teliga unverzüglich den Untersuchungen unterzogen. Er kam nach Polen mit dem Flugzeug zurück, und vom Warschau-Okęcie-Flughafen wurde er sofort ins Krankenaus transportiert. Die Operation bestätigte die Diagnose: Der seit vielen Jahren latente Tumor bedarf der sofortigen Behandlung und Hospitalisierung, die es unmöglich machte, die Jacht wie geplant zurück nach Gdynia zu bringen. OPTY kehrte nach Polen am Bord von MS ORŁOWO am 13. Juni 1969 zurück.

Die letzte Etappe
Die Rekonvaleszenz und die durchgeführten Eingriffe versprachen Hoffnung auf die Genesung von Teliga. Seine unglaubliche Leistung war in aller Munde, jedoch die Versuche, von Teliga die Maskottchen der Behörde zu machen, haben nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Teliga fühlte sich schlecht und wollte keine Feste zu eigenen Ehren feiern. Er nahm die Auszeichnungen an, gab die Interviews, aber mit großer Begeisterung nahm er nur an den Treffen mit den Segel-Enthusiasten teil. In Eile, als ob er das Ende vermutete, schrieb er die Miniaturen "OPTY aus Gdynia nach Fidschi" und "OPTY aus Fidschi nach Casablanca". Die Bearbeitung von Materialien zum Buch wurde durch den Tod unterbrochen. Leonid Teliga starb nach knapp einem Jahr nach der Beendigung seiner historischen Seereise, am 21. Mai 1970. "Samotny rejs Opty" ("Die einsame Seereise von OPTY") – der Bericht von der Seereise des Lebens wurde vom älteren Bruder des Autors, Stanisław Teliga, in ein Buch verarbeitet.

OPTY
Wenn Leonid Teliga das Geld für den Bau der Jacht sammelte, sagte er immer: "Wenn ich es schaffe, diese Jacht zu bauen, werde ich ihr den Namen OPTY-mist geben, und wenn nicht, so kann ich mir immer einen Kajak leisten, dem ich den Namen PESY-mist geben werde und mit dem ich über die masurischen Seen fahren kann". Die Jacht OPTY hat die Erde durchsegelt, es wird aber nicht als die glückliche Jacht betrachtet, mit der der Traum des Lebens realisiert wurde. Das Wasserfahrzeug, gezeichnet von der Krankheit von Teliga, kehrte nach Polen mit gebrochenem Mast am Bord eines anderen Schiffes zurück.

Aus einem Hangar ins Zentrum für Denkmalpflege der Schiffswracks
In den 70er Jahren war die Jacht von der Seefahrt-Akademie Gdynia benutzt, um dann im Jahre 1979 ins Nationale Maritime Museum nach Gdańsk übergeben zu werden. Bevor die Jacht im Jahre 1985 in den Hangar des Akademischen Hochsee-Clubs in Górki Zachodnie gelang, wurde sie 6 Jahre lang vor dem Krantor in Gdańsk ausgestellt. Nach zehn Jahren im Hangar wurde sie für über 20 in das Weichselmuseum verlegt. In der Zwischenzeit, im Jahre 2013 wurde OPTY fünf Monate lang in dem Jachtclub "Gryf" in Gdynia für die Besucher zur Verfügung gestellt. Heute wird OPTY in der Werkstatt Complex Jacht in Puck renoviert. Das restaurierte Wasserfahrzeug wird zum wichtigen Teil der Dauerausstellung im Zentrum für Denkmalpflege der Schiffswracks mit dem Studio-Warenhaus, das in Tczew gebaut wird. Sie wird ihren Platz neben DAL finden – einer anderen Jacht, deren Eigentümer auch von der Leidenschaft für das Meer und Überwindung eigener Schwächen ergriffen waren.


Das Projekt "Zentrum zur Restaurierung von Bootswracks mit Schaumagazin in Tczew – Umbau der Infrastruktur des Nationalen Maritimen Museums in Gdańsk" wird im Rahmen des Programms "Konservierung und Revitalisierung des Kulturerbes" realisiert und wurde von dem norwegischen Fonds und EWR-Fonds aus Island, Liechtenstein und Norwegen und aus Landesmitteln unterstützt. Die Gesamtkosten der Investition belaufen sich auf 22 Millionen PLN. Die Aufgabe wird in der polnisch-norwegischen Partnerschaft mit dem Norwegischen Maritimen Museum in Oslo und dem Kulturhistorischen Museum in Oslo realisiert.



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