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Narodowe Muzeum Morskie w Gdańsku

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Das neue Leben der Jacht Dal

16.02.2015 |

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Das neue Leben der Jacht Dal

Die Jacht hat den Mast während des Zyklons verloren. Sie war der "Star" der Weltausstellung in Chicago und die Ursache des Streites der nächsten Eigentümer. Mit buntem Laminat beklebt, hat sie viele Jahre auf die Renovierung gewartet, die ihr ursprüngliches Aussehen aus den 30er Jahren wiederherstellen wird.

Heute wird die legendäre Jacht "Dal" von der Firma Complex Jacht renoviert – die Spezialisten, die u.a. das Segelschiff "Generał Zaruski" restauriert haben. Die Renovierung von "Dal" ist das erste große konservatorische Unternehmen, seitdem das Wasserfahrzeug im Jahre 1980 nach Polen zurückgebracht wurde. Die Restaurierung der Jacht wird im Rahmen des Bauprojektes von Zentrum für Denkmalpflege der Schiffswracks in Tczew realisiert.

Große Ambitionen der kleinen Jacht
Die Geschichte der Jacht "Dal" hat im gewissen Sinne das Leben von ihren beiden Eigentümer geprägt und gezeichnet. Andrzej Bohomolec, der polnische Ulan, träumte davon, mit der kleinen Jacht über den Atlantischen Ozean zu segeln. Einige Dutzend Jahre später versuchte Ireneusz Gieblewicz "Dal" nach Polen zurück zu bringen. Als im Jahre 1933 Bohomolec seine Reise aus Gdynia nach Chicago anfing, gab es Zweifel ob so eine kleine Jacht, wie "Dal", einer Seefahrt über den Atlantik gewachsen ist. Die Jacht war eine Slup mit einer Länge von 8,5 und Breite von 2,15 m, Tiefgang von 1,3 m, Verdrängung von 4,5 Tonnen und der Segelfläche von 45 m². Zusammen mit Andrzej Bohomolec sind Jan Witkowski und Jerzy Świechowski – die Instrukteure aus dem Segelsportzentrum in Gdynia – auf Fahrt gegangen.

Erfolg in Chicago
Die Segelreise verlief nach Plan, bis in der zweiten Hälfte von August "Dal" auf ihrem Weg auf einen Zyklon stieß. Der gebrochene Mast war die Ursache für die Aussetzung der Reise – das Wasserfahrzeug landete auf den Bermudas, wo es repariert und ballastiert wurde, und am 3. Juni 1934 begab es sich weiter auf den Weg. Das Ziel war die Weltausstellung in Chicago, wo "Dal" Furore gemacht hat – das kleine, tapfere Wasserfahrzeug, das eine solche Reise bewältigen konnte. Um die Seereise mit "Dal" über den Atlantik unvergesslich zu machen, wurde die Jacht (gekauft von den Spenden der polnischen Emigranten in Amerika) als ein permanentes Denkmal auf dem Ausstellungsgelände in Chicago aufgestellt.

Die Zerstörung des Symbols
Durch weitere Jahre hindurch befand sich die Jacht auf dem Ausstellungsgelände – auf dem Wasser, und dann vor dem Museum des Wissens und der Industrie, um später ins Innere des Objektes verlegt zu werden. In weiteren Jahren verlor der Rang von "Dal" – der kleinen, tapferen Jacht – allmählich an Wert. In Amerika vergaß man langsam, was die Jacht symbolisierte und welche Geschichte damit verbunden ist. Ende der 60er Jahren wurde die Jacht zum überschüssigen Ballast, der nur Platz im musealen Raum belegte. Im Jahre 1967 wurde "Dal" exmittiert und kehrte in das Polnische Museum in Chicago zurück.

Die Renovierung von "Dal"
Damals entschied man sich, dass die Jacht nach Polen auf demselben Weg zurückkehren soll, mit dem sie vor 35 Jahren in Amerika angekommen ist. Spiritus Movens dieser Aktion war der neue Eigentümer der Jacht, der Segelsportliebhaber Ireneusz Gieblewicz. Um den Rumpf des Schiffes bevor der Reise über den Atlantik zu verstärken, beschloss er diesen zu laminieren. Das Polyester-Glas-Laminat war in den 70er Jahren sehr populär: Robust, witterungsbeständig, und dazu sehr leicht, sollte es die ideale Schicht zur Sicherung des hölzernen Rumpfes von "Dal" bilden. Die Beschichtung des Holzes mit Laminat war auch einfacher als die zeitaufwendige und teure Renovierung des zerstörten Rumpfes. Neben der Plastikverkleidung wurden auch die Masten und Takelung ersetzt.

Der Streit um die Jacht
Mit der Idee der Lamination der Jacht war Andrzej Bohomolec nicht einverstanden und hat den neuen Eigentümer von "Dal" verklagt. Der Rechtsstreit zwischen dem neuen und alten Eigentümer verzögerte die Renovierung und die Rückkehr der Jacht nach Polen. Deswegen dauerten die Vorbereitungen zum Stapellauf über sieben Jahre. Nach den ersten Versuchen auf dem Michigansee und der Teilnahme an der Jachtausstellung in Chicago segelte "Dal" nach New York. Dabei stellte es sich heraus, dass die Lamination des Rumpfes nicht genügend war, um die selbstständige und sichere Reise über den Atlantik zu garantieren. "Dal" war im schlechten technischen Zustand – die jahrelang fehlende Wartung und unsachgemäße Lagerung schlossen die Möglichkeit der selbstständigen Reise nach Polen aus.

Heimkehr
Da beschloss man, die Jacht nach Europa auf dem Schiff "Bronisław Lachowicz" zu schicken – nach Bremerhaven, und dann konnte sie auf eigenem Kiel über Schweden, Szczecin, Świnoujście nach Gdynia segeln. Die Rückkehr von "Dal" fand im August 1980 statt – in der für Polen sehr heißen Zeit. Die Streiks an der Küste und die Augustabkommen verursachten, dass das Interesse der Medien an der nach 47 Jahren aus den Vereinigten Staaten zurückkehrenden Jacht – das Symbol der maritimen Geschichte Polens und des außergewöhnlichen Mutes der Eigentümer, sehr gering war.

"Dal" in the Museum
Nach den Augustabkommen hat Ireneusz Gieblewicz Kontakt mit dem damaligen Direktor des Museums Dr. Przemysław Smolarkek aufgenommen, und nach der offiziellen Begrüßung in Gdynia wurde "Dal" neben dem Zentralen Maritimen Museum angelegt. Durch vier Jahre hindurch war die Jacht vor dem Krantor ausgestellt, um im Winter 1985 in den Hangar von AKM in Górki Zachodnie zu gelangen. Ende 1995 wurde sie ins Lager des Museums in Tczew transportiert.

Im Sommer 2014 wurde die Jacht in das Projekt zum Bau des "Zentrums für Denkmalpflege der Schiffswracks mit dem Studio-Warenhaus in Tczew" mit einbezogen und nach Puck transportiert. Nach den Renovierungsarbeiten, die das ursprüngliche Aussehen der Jacht aus den 30er Jahren wiederherstellen wird, wird "Dal" als eines der Hauptausstellungsstücke in der neu gebauten Abteilung des Nationalen Maritimen Museums in Gdańsk nach Tczew zurückkehren.


Das Projekt "Zentrum zur Restaurierung von Bootswracks mit Schaumagazin in Tczew – Umbau der Infrastruktur des Nationalen Maritimen Museums in Gdańsk" wird im Rahmen des Programms "Konservierung und Revitalisierung des Kulturerbes" realisiert und wurde von dem norwegischen Fonds und EWR-Fonds aus Island, Liechtenstein und Norwegen und aus Landesmitteln unterstützt. Die Gesamtkosten der Investition belaufen sich auf 22 Millionen PLN. Die Aufgabe wird in der polnisch-norwegischen Partnerschaft mit dem Norwegischen Maritimen Museum in Oslo und dem Kulturhistorischen Museum in Oslo realisiert.

 



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