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Narodowe Muzeum Morskie w Gdańsku

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Man nennt es "polnische Titanic"

27.11.2009 |

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Man nennt es "polnische Titanic"

Am 26. November hat sich zum 70. mal der Tag des Untergangs vor der englischen Küste des legendären Transatlantik "Piłsudski" gejährt. Eines der größten und modernsten Passagierschiffe, die damals unter der polnichen Flagge gedient hatten. Zu diesem Anlaß lädt das polnische Schifffahrtsmuseum zu einer temporären Ausstellung über die Geschichte des legendären Schiffes, wessen Heimathafen in Gdynia war.

Die Einzelheiten die zum Sinken eines der bekanntesten polnischen Passagierschiffe, dass für damalige Zeiten auch eines der modernsten Schiffe der Welt war ist bis heute geheimnisumwoben und weckt viele Emotionen. Der polnische Club der Taucher "Wal" in London hat sich vorgenommen diese Herausforderung aufzunehmen. Im Sommer 2009 wurde eine Expedition zusammengestellt, die das in 30 m Tiefe und in ca. 50 km Entfernung von der englischen Ostküste liegende Schiff explorieren sollte. Das Ziel der Expedition war die Ursachen für das Kentern des Schiffes herauszufinden. Und obwohl die Teilnehmer mit vielen schwierigen Aufgaben konfrontiert wurden haben sie das eigentliche Ziel nicht erreicht und heute sprechen viele über eine Legende, ähnlich wie bei der "Titanic", die das Schiff umhüllt.

M.s. "Piłsudski" war das Erste der Zwei, durch die polnische Gdynia-Amerika Gesellschaft (GAL) im Jahre 1933, bestellten transatlantischen Schiffe die in der italienischen Werft Cantieri Riuintini dell’Adriatico, Monfalcone gebaut wurden. Es war eine Art Gegengeschäft: nach Vereinbarung mit der italienischen Regierung wurden für die fünfjährige Versorgung des italienischen Staates mit Schwarzkohle, zwei 14t – Passagierschiffe der polnischen Flotte übergeben. Dem "Piłsudski" ist innerhalb von einem Jahr "Batory" gefolgt. Die polnische Flotte war in den Zwanziger- und Dreißiger Jahren sehr stolz auf m.s. "Piłsudski". Es erreichte eine Länge von über 160m und eine Breite von ca. 21,5 m. Auf seinen 7 Decks fanden fast 773 Passagiere und 350 Besatzungsmitglieder Platz. Gdynia war sein Heimathafen. Von dort aus gab es Linienreisen nach New York – womit das Schiff eine Brücke zwischen den polnischen Emigranten und der Heimat aufbaute.

Von Weitem betrachtet, nahm es imponierte Gestalt an wenn es im Hafen vor Anker lag. "Mit einem Elefantenkopf ähnlichen Bug lag sie da, die Rüssel im Wasser eingelassen, die vielen kennzeichnenden Stellen der Tauchtiefe als Rüsselkerbstellen... Eine riesiges rundes Silber-Schild schmückte den Kopf, aus den Augenhöhlen der Ankeröffnungen schauten große Augen der Patentanker. Durch die große Tür auf der Seite gingen jeden Tag eine unzählige Menschenmenge ein und aus.." – so erinnert sich der erste Offizier, Karol Olgierd Borchardt zurück. Das Schiff wurde mit einem schönen Galleon gekrönt: eine Plastik aus der Hand von Wojciech Jastrzębski, die das Kreuz der I Legion Brigade darstellte – entsprechend der Namensgebung des polnischen Marschalls.

Das Schiff lief im Jahr 1934 von der Stapel. Die erste Seereise führte unter dem Kommando von Kapitän Mamert Stankiewicz am 15.September 1934 nach New York. Die feierliche und umjubelte Ankunft in den New Yorker Hafen unter dem ohrenbetäubendem Ruf der vorbeiziehenden Schiffe war ein grosses Erlebnis ebenso für die Mannschaft wie auch für die polnischen Emigranten in Amerika. Die Ankunft des Schiffes wurde gleichermaßen aus der Luft wie von Land aus gefeiert.

Bis zum Ausbruch des II. Weltkriegs fuhr das Schiff regelmäßig zwischen Gdynia-Kopenhagen-New York-Halifax. Bereits während der zweiten Reise des Schiffes wurden Konstruktionsmängel festgestellt: ungenügende Stabilität und schwache Rumpfkonstruktion. Dank der frühzeitigen Entdeckung dieser Mängel war es möglich das Schwester-Schiff "Batory" mängelfrei zu bauen. Und obwohl das Examm im ersten Storm nicht wirklich positiv verlief– konnten wir auf das Schiff doch stolz sein.

M.s. "Piłsudski" gehörte zweifelsfrei der höchsten Klasse der transatlantischen Linienschiffe an. Das Luxus-Überseeschiff vereinigte die damalige Technik mit dem modernsten Design das von den bekanntesten polnischen Künstlern projektiert wurde: Architekten, Maler, Bildhauer, Graphiker, Teppich- und Textildesigner wie auch anderen Projektanten. Der Korridor, der alle Merkmale einer Hafenstrasse besaß und über die gesamte Länge des Schiffes verlief – beschreibt Karol Olgierd Borchardt in seinem Buch "Es heißt Kapitän zu sein" – war eine Hauptkommunikationsarterie. Dort wurden Restaurants, Hotels, Mannschaftsunterkünfte und die Eingänge des Maschinenraums platziert. Von dort aus konnte man die Garage, die Krankenstation, den Friseur, die Wäscherei und den elektrischen Luxus-Aufzug erreichen, der gen oberen Decks führte. Eine absolute Neuheit auf einem der polnischen Flagge unterliegenden Passagierschiffs, stellte die Errichtung eines Swimmingpools dar. Aufgrund von einem Mix aus verschiedenen Werkstoffen und Elementen aus verschiedenen Ländern wurde das Schiff als "Internationale Mischung" benannt. Dazu gehörten u.a. Baugruppen aus USA, Dänemark, Ungarn, England, Schottland, Österreich und Polen. Das Schiff hatte trotz der internationalen Einflüsse bei seiner Entstehung, seinen polnischen Charakter beibehalten. Nicht zuletzt dank seiner Einrichtung, Möbeln und vor Allem dank seiner polnischen Küche. Die moderne Konstruktion, schöne Salons, labyrinthähnliche Durchgänge, gut ausgebildete Mannschaft – all das bewirkte, dass nicht nur die Einheimischen sondern auch viele ausländischen Gäste gerne in den 10 Seereisen jährlich teilgenommen haben. In jeder der Reisen war das Schiff komplett ausgebucht. So wie früher die riesige Gestalt des s.s. Titanic den Stolz der Engländer weckte, ähnliche Gefühle hatte bei den Polen m.s. Piłsudski geweckt. Und das trotz dessen, dass es nicht zu den Riesen angehörte.

Nach dem Kriegsausbruch hat die englische Armee das polnische Schiff übernommen – so wie viele andere Passagierschiffe der polnischen Flotte. In ein Militär-Frachter umgebaut ist m.s. Piłsudski von Newcastle aus am 25. November 1939 in seine letzte Reise aufgebrochen. Ein paar Stunden später war es gesunken -höchstwahrscheinlich durch eine Unterwassermine süd-östlich von Flamborough Cap. Fast die ganze Mannschaft konnte gerettet werden. Die Hilfe ist für den IV. Mechaniker zu spät gekommen. Ebenfalls hat die Katastrophe der Kapitän, Mamert Stankiewicz aufgrund von Unterkühlung nicht überlebt – ausgezeichnet post mortum mit dem Virtuti Militari Kreuz.

Die Geschichte des transatlantischen Schiffes kann in Rahmen einer temporären Ausstellung im Polnischen Schifffahrtsmuseum in Gdańsk bewundern. Die Patenschaft dieser Ausstellung wurde vom Marschall des polnischen Senats übernommen. Die Exposition bitet Informationen zu den Anfängen der polnischen Passagierflotte nach dem Wiederlangen durch Polen der Unabhängigkeit, präsentiert Menschen, die mit "Piłsudski" auf irgendeine Art verbunden waren: den 1.Offizier Karol O.Borchardt und den Schiffsarzt Stefan Michalak. Es wird ein Modell des Schiffes präsentiert – in 1:130 Skala in Werft Monfalcone hergestellt, wie auch die Liste der geretteten Mannschaftsmitglieder. Eine Besonderheit bilden Exponate aus den Beständen des CMM: ein Rettungsring gefunden an der Nordseeküste durch die Soldaten der Division von Gen. Maczek ein Jahr nach dem Schiffsunglück wie auch eine Wolldecke mit dem Monogramm: GAL gespendet durch einen der geretteten Matrosen. Die Ausstellung wird durch weitere Artefakte ergänzt: einen Teller und ein Bullauge – geborgen durch die englischen Taucher vor ein paar Jahren – wie auch viele Andenken, die aus den Spenden des m.s. Piłsudski Society aus Grossbritanien stammen. Unter anderen: eine Seiffe mit der Anschrift: "Piłsudski", ein Kartenspiel mit dem Schiffsabbild, einen Aschenbecher der GAL, eine Informationstafel des Schiffes. Die Kollektion, die auch unterschiedliche Dokumente, Rechnungen, Schuldscheine, Telegramme, Briefe und sogar eine Speisekarte wurden durch Frau Frances Mary Oborski gespendet – einer Witwe des langjährigen Vorsitzenden des Piłsudski Society, dem Ehrenkonsul der Republik Polen, Herrn Mike Oborski.

Marta Nicgorska


"MS "Piłsudski" in 70th anniversary of sinking"
The Granaries 24.11.2009 - 31.03.2010

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